"...not only pays great hommage to Bob but is a rewarding listen." The Fire Note-USA
" It's one thing to cover a Dylan song (who hasn't done that?), but it's another to do an entire album of Dylan tunes. That's bold, to the point of risking ridicule and disdain in the finicky world of pop music criticism.
Thankfully, Dirk Darmstaedter knows how to pull it off with grace and humility. He doesn't try to rock the boat too much, and he plays the songs with an almost reverent attitude, sticking to the style and attitude of the original tracks. He doesn't do a straight impersonation, even though he sounds like he could, but delivers the songs with an understated demeanor that lets the songwriting speak for itself. In effect, Darmstaedter doesn't get in the way of the songs, he lets them live and breathe on their own. It's probably the only safe way to approach such an audacious undertaking, and he tiptoes carefully in a most brilliant manner that would please any Dylan fan."
MishMashmusic-USA
Darmstaedter feiert den jungen Dylan-von Hadayatullah Hübsch
Nun hat sich auch Dirk Darmstaedter mit seiner jetzt am Freitag erscheinenden neuen CD einen lang gehegten Wunsch erfüllt. «Dirk sings Dylan» heißt somit das Album des 1965 in Hamburg geborenen, aber in den USA aufgewachsenen Sängers. Oder mit anderen Worten, Darmstaedter spielt Bob und rast durch die Kurven, Ellipsen und Spiralen des Universums seines Rock-Meisters, und das so euphorisch und mit ungeheurem Elan, als müsse ein Jünger seinem Meister endlich mal beweisen, dass dessen kreative Geniestreiche unmöglich von ihm selbst allein hinreichend gewürdigt werden können.
Indes, nicht das Zelebrieren und weihevolle Nachäffen der Originale ist seine Sache, er liefert erfrischend und tatsächlich unverbraucht klingende Versionen von zehn Dylan-Klassikern, beginnend mit der etwas wehmütigen Referenz, «All I Want To Do Is Being Friends With You» über einen fetzigen «Subterrean Homesick Blues» und die anklagende, warnende Hymne «Chimes Of Freedom» bis hin zu einem mitreißenden «Shelter From The Storm» und dem bewegenden, anrührenden «He Was A Friend Of Mine»: Das alles respektvoll, aber frech und mit breitem Akzent, in hoher Geschwindigkeit und ohne die etwas getragene Dylan-Attitüde. Nein, Dirk Darmstaedter hat es lieber etwas wilder, temporeicher und unruhiger. Das erzeugt Spannung, lässt aber natürlich auch ein bisschen Gelassenheit missen.
Dass er fast durchwegs Stücke aus dem Frühwerk Dylans für seine Tribute-Platte ausgewählt hat, überrascht nicht sonderlich. Helden sterben nun einmal jung, selbst, wenn sie sich um Jahrzehnte überleben, und wir wollen sie so im Gedächtnis behalten, als gäbe es für sie kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Frankfurter Neue Presse
"fulminat.....Die entscheidende Frage dieses Abends hatte sich aber schon nach wenigen Minuten erledigt: Darf der das? Er kann es, also darf er auch." Die Welt-Hamburg
"Eine derartige Hommage an den Altmeister strotzt vor Gänsehaut-Potential. Hamburg meets Duluth/Minnesota - und es funktioniert!" Cord, München
„Dass Darmstaedter die Fähigkeiten besitzt, um sich dem Phänomen Dylan in angemessener Weise und mit einer Mischung aus größtmöglicher Sensibilität und eigenem Formwillen, ohne den dieses Projekt von vornherein obsolet gewesen wäre, nähern kann, darf aus gutem Grund unterstellt werden. Entsprechend sei noch einmal auf das letzte Album Darmstaedters “Life Is No Movie” von 2009 verwiesen, welches als schlagendes Argument figurieren soll.
Dirk sings Dylan” beginnt mit “All I Really Want To Do”, das vom 4. Album “Another Side of Bob Dylan” von 1964 stammt und dessen Titel fast schon programmatisch für Darmstaedters Herangehensweise gelten könnte.
Ein hervorragender Einstand und eine entsprechend gute Wahl des Openers, denn Darmstaedter schöpft dem Originalsong den Rahm ab und verfeinert diesen mit Gesang, der zwar nicht so schön-schrecklich windschief wie Bobs ist, jedoch den Hörer in ähnlich sympathischer Art und Weise mit ins sprichwörtliche Boot zieht.
Chimes of Freedom”, auch von “Another Side of Bob Dylan”, arbeitet verteilt auf 7 Minuten gut mit dem immanenten Gänsehaut-Potential und “Shelter From The Storm” (”Blood On The Tracks”) ist einfach nur atemberaubend.
Dirk tränkt den Song in einer Essenz aus ungebrochener Vitalität, emphatisch, mitreißend.“
alles-ist-pop.de
„Schön an dieser Hommage namens "Dirk Sings Dylan" ist vor allem, dass er sich nicht nur an Klassikern probiert, sondern auch eher unbekannte Titel ausgewählt hat. So befinden sich auf der CD nicht nur alte Knallschoten wie "Mr. Tambourine Man" oder "It Ain't Me, Babe", sondern auch Raritäten wie "He Was A Friend Of Mine", die wohl nur eingefleischten Fans ein Begriff sind.
Dirk Darmstaedter scheitert außerdem nicht wie andere daran, Dylans einzigartige Stimmfarbe nachzuahmen, sondern interpretiert die Lieder auf seine eigene, spannende Weise.“
Hamburger Abendblatt
Akkordarbeit mit Herz
An Dylan kommt anscheinend irgendwann niemand vorbei. Auch Dirk Darmstaedter nicht. Er bleibt auf seinem Cover-Album dicht an den Originalen - warum eigentlich nicht?
Mit Paul Hiraga (Downpilot), dem Hamburger Cellisten Hagen Kuhr sowie dem Schlagzeuger Lars Plogschties hat Dirk Darmstaedter einige Klassiker Bob Dylans neu interpretiert. Auf diese Vokabel wird er wert legen, auch wenn er dabei eng an der ursprünglichen Version bleibt. Das ist angenehm, der Songwriter ließ sich nicht zu aufgesetzten Spielerieien verleiten, doch die Stücke gehen dabei trotzdem ihre eigene Richtung. Das ist die Kunst. Dass nicht jeder so einen Zugang zu Bob Dylan hat: Das ist das Problem. Anderseits auch die Chance, sich der Folk-Ikone mal über Bande zu nähern, eben über Darmstaedters fünftes Solo-Album.
Als Sänger der Jeremy Days, die 1989 so international klangen wie wohl kaum andere Band aus Deutschland, scheiterte Darmstaedter nach dem ganz großen Chart-Erfolg nicht an etwaigen Erwartungshaltungen. Er gründete 2002 gemeinsam mit Gunther Buskies sein eigenes Label, gab dadurch anderen internationalen Künstlern wie Dial M For Murder hierzulande eine Plattform. Als Produzent war er auch für das wilde und umstrittende Debüt von 1000 Robota verantwortlich. Jetzt ist er bei Dylan gelandet. Wurde ja auch Zeit: Schließlich waren dessen Referenzen (Hillbilly, Blues) nach eigener Aussage auch für Dirk stets eine große Inspiration.
Tonspion.de
„Wo „His Bobness“ auf der Bühne oftmals weit weg von den ursprünglichen Songs für neue, andersartige Sichtweisen auf diese sorgt, dreht Darmstaedter nur geringfügig am Rad der Originale. Er vertraut ihnen und sich selbst, geht unverkrampft, dennoch hoch konzentriert an das Liedgut heran und gewinnt diesem so neue Facetten ab.
Sehr zu empfehlen, nicht nur den Dylan- und Darmstaedter-Anhängern.“
suite101.de
"Dabei bleibt Darmstaedter in seinen Interpretationen erfreulich nahe am Original, verfremdet nur dezent und schafft es dabei doch, den Songs einen Anstrich zu verleihen, dass sie auch neu sein könnten. Es wäre schön zu erfahren, was Bob Dylan selbst von diesen Aufnahmen hält.... Ich würde wetten, es gefällt ihm. Für mich das absolute Highlight ist die wunderbar sanfte Version zu Mr. Tambourine Man.
Popkiller.de
Lange klang der Norddeutsche nicht so knarzig und melancholisch, fast wütend ob der Erkenntnis, dass das Leben kein Film ist, man vergebens aufs Happy End wartet, das einen einkreist und belohnt.
Yahoo.com
Lieder mit Haltung und mit kleinen aber wirksamen Momenten die den Hörer wie ein Sog in den Song ziehen. ,Life Is No Movie‘ ist eine Hommage an den Britpop, zeitlos und - mit Beatles-Anspielungen - die letzten 40 Jahre überspannend.
Sueddeutsche Zeitung (D)
"Life is No Movie is the anthem of a jilted yet un-jaded soul tuning into movie magic wherever it may surface in this cruel, warped, beautiful world."
Troy Blacklaws, Autor of Karoo Boy (South Africa)
Darmstaedter crafts bridges from understatement to pay-off of which a bleaker Neil Finn might be proud.
Uncut (UK)
"Crisp, polished, and incisive, it alternates itchy, restrained verses with gorgeous, crashing-to-the-shore sort of choruses."
Fingertips (USA)
"Sein Name ist Darmstaedter, Dirk Darmstaedter. Müsste man der Essenz des deutschen Pop einen Namen zuweisen, könnte es nur dieser sein."
Die Welt (D)
UNCUT (UK) Review March 2009
Sueddeutsche Zeitung
Das Leben ist kein Ponyhof, Wunschkonzert, Zuckerschlecken... Der Hamburger Songwriter hat diese Weisheit ins Englische übertragen: "Life Is No Movie" heißt sein aktuelles Album. Ein Hinhörer: klarer Gitarrensound und die Texte auf den Punkt gebracht.
"Life Is No Movie". Das lernt man in 44 Lebensjahren, wenn man bereits mit 20 in die Popwelt einsteigt und bis dato dabei bleibt. Zumal, wenn man quasi den Britpop in Deutschland einführt, der in den kommenden Jahren seine Höhen und Tiefen erleben sollte. Doch der immerhin 40-Jahre alte Pop von den britischen Inseln hat mit Bands wie den Kaiser Chiefs, Bloc Party, Franz Ferdinand oder The Kooks Nachwuchs bekommen und die mittelalten Heroen wie Oasis oder Blur sind derzeit wieder schwer aktiv. Auch Dirk Darmstaedters Album "Life Is No Movie" zeigt, dass da noch was geht. Denn nach einer eher ruhigen, akustischen Country-Folk-Scheibe rockt die Neue wieder mehr. Es ist sein zwölftes Album, zählt man seine Band The Jeremy Days und Me And Cassity dazu. Dann war da auch noch ein Country-Album mit Bernd Begemann und die ganzen anderen Platten, die als Labelchef von Tapete Records durch seine Hände gingen. Nach dem sehr entspannten Vorgänger "Our Favorite City" überrascht "Life Is No Movie" mit viel Dynamik und Modernität. Was bislang davon zu hören war, hat Drive, zieht nach vorne. Schon der Titelsong ist eine Hommage an den Britpop, zeitlos und - mit Beatles-Anspielungen - die letzten 40 Jahre überspannend. Es sind Lieder mit Haltung und mit kleinen aber wirksamen Momenten wie das Sample-artige Intro zu "All Summer Long", das den Hörer wie ein Sog in den Song zieht. Ein Song wie das shuffelnde Country-Pop-Liebeslied "Moving Satellites" zeigt, wie dicht letztlich Schmerz und Glücksempfinden beisammen liegen.
www.plattentests.de
Der große Zeiger
Legen wir den Kalender doch mal einfach weg. In die unterste Schublade, ins hinterste Regal; dorthin, wo wir schon den Spiegel und die Faltencreme versteckt haben. Sonst könnten wir noch auf die Idee kommen, auf das Datum zu sehen. Plötzlich würde sich Vergänglichkeit ausbreiten und wir müssten feststellen, dass es mittlerweile unglaubliche zwanzig Jahre her ist, dass "Brand new toy" von den Jeremy Days knapp vor der Top Ten der deutschen Singlecharts stehenblieb. Der Song klang damals schon, als hätte er diese zwanzig Jahre bereits locker auf dem Buckel. Es ist an der Zeit, dass sich jetzt bitte ein Kreis schließen möge - damit Kalender, Spiegel und Faltencreme auch mal das Tageslicht genießen dürfen.
Insofern hat Dirk Darmstädters drittes Album unter eigenem Namen gleich die passende Antwort parat: "1989 forever" heißt einer der Songs, die wie gewohnt aus der Zeit fallen und sich nur um nette Harmonien und hübsche Melodien kümmern. Kümmern wollen, kümmern müssen, kümmern können. Es ist dieses Füreinanderdasein, dieses Umsorgen, von denen die Songs nicht nur erzählen, sondern dem sie sich auch gleich selbst widmen. Ein gutes Gefühl, mit der rechten Menge Dur und Moll versehen, steckt gleich im dezent losschunkelnden Opener "Everything beautiful". Es wird die nächste Dreiviertelstunde anhalten.
Dass Darmstädters fluffiger Gitarrenpop immer wieder schicke Details wie das Tröten in "1989 forever", die Pizzicatos im Opener, das gefilterte Scheppern in "The siegue of Quebec" oder den Backinggesang seiner Tochter in "Suitcase heart" mitnimmt, macht die Musik sympathisch. Bongos, Flöten, Ukulele - es sind nicht die gewöhnlichsten Instrumente, die hier erklingen. Doch sogar ein gewöhnlicher Songtitel wie "All summer long" sorgt mit Lalalas, twangenden Gitarren und süffiger Orgel für ein Lächeln im Gesicht, das angenehm wenig mit Südstaaten-Patriotismus, Werwölfen aus London und überhaupt mit Kid Rock zu tun hat.
Natürlich ist auf "Life is no movie" nicht alles eitel Sonnenschein, aber selbst die immer mal vorbeischlendernde Melancholie hält sich an die Regeln des Anstands. Auch dann, wenn der letzte Song über den eigenen Tod sinniert oder es im Titelstück mal "Life is no movie / It'll end in tragedy and pain" heißt. Die volle Ladung Arrangement flötet dort mit den Beach Boys und Phil Spector um die Wette. Und dann mopst auch noch die Orgel von "Moving satellites" bei Laid Backs "Sunshine reggae", um den Kopf nicht allzu tief hängen zu lassen. Immer wieder glitzert solch sorgfältig aufpoliertes Augenzwinkern durch die Songs. Die glänzen dabei zum Glück weder durch durchgeplantes Wohlgefallen noch mit ausdrücklich gewolltem Understatement. Es ist einfach nur entspannter Pop, um sich die Sonne aufs Gesicht, den Bauch oder die werdende Glatze scheinen zu lassen. Das gilt im März 2009 genauso, wie es für all die anderen Jahre galt und gelten wird. Zeit? Was ist Zeit?
(Oliver Ding)
Hamburger Abendblatt
Bei der Musik von Dirk Darmstaedter ist es wie mit Butterbroten. So richtig raffinierte Küche geht anders, aber so eine Stulle sättigt im täglichen Gebrauch doch nachhaltiger als so manches aufwendig dekorierte Tellergericht.
Der Akustik-Sound auf "Life Is No Movie", Darmstaedters drittem Soloalbum, besticht durch seine Lässigkeit, seinen abgehangenen Flow und durch die Stimme des ehemaligen Jeremy Days-Frontmanns. Seinen coolen amerikanischen Duktus in griffigen Pop-Melodien zusammenzukochen, diese Kunst beherrscht Darmstaedter nach wie vor gekonnt. Ob der 44-Jährige nun anhand vorbei ziehender Satelliten vom Wandel im Allgemeinen und seiner Tochter im Besonderen erzählt. Oder ob er beatlesk und munter Rückschau hält in Songs wie "1989 forever". Jeder Song eine Station, eine biografische Notiz, eine Begegnung in Freundschaft, Liebe, Verwunderung. So wie das Leben: treibend, sehnsuchtsvoll, witzig.
Die Gitarre ist die Hauptzutat der zwölf neuen Lieder, ergänzt von Lars Plogschties an Drums und Percussion sowie ordentlich abgeschmeckt mit Orgel- und Glockenspiel, Piano und Mundharmonika, Flöte und so manchem Hall-Effekt. Der Titelsong der Platte trägt mit seinem Background-Chor recht erhaben auf, doch dieses Pathos wird durch hübsche Pfeif-Intermezzi angenehm kontrastiert.
Insgesamt durchzieht "Life Is No Movie" eine unaufgeregte Roadmovie-Atmosphäre wie Darmstaedter sie bereits seit seinem Solo-Debüt "Coming Up For Air" produziert. Schon damals, im Jahr 2005, bekannte der Hamburger: "Ich bin nicht der Mann, dessen Funktion es ist, Deutschland mit neuesten Synthie-Sounds zu überraschen." Stimmt. Butterbrot eben, und zwar ein leckeres.
Dirk Darmstaedter: Life Is No Movie (Tapete Records)
Motor.de (D)
Trendresistent blickt Dirk Darmstaedter auf sein Leben zurück. Als wären die Tage des Mittvierzigers gezählt, resümiert er mit melodiösem Gitarren-Pop über seine bisherige Biographie. Sein Fazit? Das Leben ist kein Film.
"Yeah, pop music is such a great, great concept" - das behauptet Dirk Darmstaedter nicht nur, sondern lebt es wieder in großer Bandbreite aus. Die Mehrzahl der Instrumente hat er wie üblich selbst in seinem Hamburger Heimstudio eingespielt und gekonnt zu melodischem Pop zwischen Folk, Rock und Liedermachertum arrangiert. "Live Is No Movie" ist ein weiterer Beleg für sein Talent als Songwriter und Musiker. Auch die Akkustik-Gitarre bleibt weiterhin tragendes Element der zwölf neuen melancholisch, sehnsüchtigen Songs.
Im Gegensatz zum Musikalischen hat sich die inhaltliche Attitüde Darmstaedters etwas gewandelt. Obwohl sich sein Lebensrauf wie ein Erfolgsbericht liest, ernüchtert er in seinen biographischen Texten. Seine verfrühte Bilanz entzaubert, weist eher auf Tiefen als Höhen hin und zweifelt an der Richtigkeit manch weichenstellender Entscheidungen. Dies unterstreicht er mit dem klischeehaften Albumtitel - denn, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, scheint allgemein bekannt.
"Life Is No Movie" setzt die Reihe solider, abwechslungsreicher Pop-Alben von Dirk Darmstaedter fort und wird seine Fans vollends befriedigen. Lediglich die Texte hinterlassen einen realistisch-melancholischen Nachgeschmack - wie eine Statistik, die unter die Nase reibt, dass es im Schnitt mehr Regen als Sonnenschein im Jahr gibt.
Kai-Uwe Weser
Rolling Stone, Germany (March 2009)
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Mainstage (D)
Immer, wenn Dirk Darmstaedter eine neue Platte herausbringt, wundert man sich, wie lange einen die Musik dieses sympathischen Typen bereits begleitet. Angefangen hat alles in den frühen Neunzigern mit den Jeremy Days, danach kamen Me And Cassity und nun erscheint mit “Life Is No Movie” das mittlerweile dritte Solo-Album des Songwriters. Schnell sind sie vorübergegangen, die Jahre - und von eben dieser Vergänglichkeit handeln auch Dirk Darmstaedters zwölf neue Songs.
Life is no movie, it´ll end in tragedy in pain.
Recht bitter sind die Erkenntnisse über die Widrigkeiten des Lebens, die einem da teilweise um die Ohren gehauen werden, doch Darmstaedter achtet glücklicherweise immer genau darauf, die härtesten Lektionen wenigstens musikalisch schön zu verpacken. Eingewickelt in einen Wattebausch aus luftig-leichtem Songwriter-Pop klingt selbst eine ernüchternde Zeile wie “Everything beautiful will eventually break your heart” im beinahe mitreißenden Opener “Everything Beautiful” gar nicht mehr ganz so hart. Überhaupt schwingt in der ganzen Tristesse auch immer etwas Tröstliches mit, etwa im aufrüttelnden “Ferris Wheel“, einem der gelungensten Stücke des Albums.
Schade nur, dass der Platte in der zweiten Hälfte - einmal abgesehen von der hinreißenden Ballade “The Wrong Boy” - ein wenig die Puste ausgeht. “Life Is No Movie” ist sicherlich nicht das allerbeste Album von Dirk Darmstaedter geworden, überzeugt aber über weite Strecken dennoch und geht in seinen besten Momenten sogar richtig ans Herz.
Auch, wenn nichts auf Ewigkeit Bestand hat: Dirk Darmstaedter und seine zeitlos schönen Songs werden uns sicher noch eine ganze Weile begleiten. Wenigstens etwas, auf das man zählen kann.
“Life Is No Movie” von Dirk Darmstaedter erscheint am 6. März 2009 auf Tapete Records.
Christoph Walter.
Computerbild (D)
Ungezählt sind die Jahre, in denen Dirk Darmstaedter mit seiner Gitarre ganz im Stillen und in aller Bescheidenheit dem verbundenen Hörer ein paar Lagerfeuerperlen schenkte. Mal schmissig, mal zart. Vor 20 Jahren war er mit den leider zum One-Hit-Wonder avancierten Jeremy Days aktiv, zwischenzeitlich nannte sich sein Projekt Me And Cassity, seit 2003 veröffentlicht er regelmäßig auch unter seinem eigenen Namen. Und das hört sich 2009 auf „Life Is No Movie“ sehr ansprechend an.
Was man dem großen Blonden vorwerfen kann, ist sein glatt polierter Sound, der aber nie herzlos wirkt. Doch selbst das ist auf „Life Is No Movie“ anders. Lange klang der Norddeutsche nicht so knarzig und melancholisch, fast wütend ob der Erkenntnis, dass das Leben kein Film ist, man vergebens aufs Happy End wartet, das einen einkreist und belohnt.
Mancher bleibt ewig klein, macht Musik aus persönlicher Leidenschaft und wird immer die schmalen Bühnen bespielen. Die Ergebnisse sind dennoch verschieden, im Fall von Dirk Darmstaedter diesmal besonders gut. Denn die neuen Songs erleben trotz dezenter - zum Teil exotischer - Instrumentierung besondere Intensität, man hört auch deutlich die Emotion in Darmstaedters Stimme. Vielleicht gelingt ihm in diesem Jahr sogar ein Radiohit. Das neue, wie so oft zu Hause eingespielte Album könnte dazu taugen. Souverän begleitet von Lee Russel an der Dorforgel, Percussionist Lars Plogschties und Paul Hiraga am Harmonium, zeigt die Beständigkeit des Musikers eine erfreuliche Nebenwirkung: Aus Kindern werden Leute. Bei „Suitcase Heart“ singt Darmstaedters Tochter die Backgroundstimme. Angenehm, wie das ganze Album.
Uncle Sallys
Bei Stromberg heißt es „Das Leben ist kein Ponyhof“, bei Dirk Darmstaedter nun also „Life Is No Movie“. Er muss es ja wissen, schließlich ist es seine 13. Platte! Der ehemalige The Jeremy Days-Sänger veröffentlicht sich seit 2002 auf seinem eigenen Label ‘Tapete Records’ selbst, bietet aber auch zahlreichen weiteren nationalen und internationalen Künstler ein Zuhause. Aus diesem weiten Netzwerk stammen auch die Musiker, mit denen er „Life Is No Movie“ einspielte (z.B. Paul Hiraga/Downpilot). Ansonsten ist es größtenteils eine Homestudioproduktion. Das passt zur melancholischen Atmosphäre des Albums. Es wird eine Rückschau auf das Leben genommen. Musikalisch ist Dirk Darmstaedter seinem Stil treu geblieben. Was man von ihm erwartet, wird auch geliefert. „Life Is No Movie“ (das gleichnamige Lied ist übrigens der perfekte Filmtitelsong!) ist eine erste Bilanz, aber nicht das Ende des Lebens.
Caroline Frey
stern.de
In Hamburg ist Dirk Darmstaedter weltberühmt. Außerhalb der Hansestadt jedoch kennen den mittlerweile 44-Jährigen nur noch eingefleischte Musikfans. Das ist schade. Als Frontmann der Popband Jeremy Days feierte er in den 80ern mit "Are You Inventive" und "Brand New Toy" europaweit Charterfolge. Und Darmstaedter schreibt immer noch ziemlich gute Songs - singen kann er sowieso. Zwar ist auf seinem neuen Album neben viel Licht auch etwas zu viel nörglerische Altersweisheit vertreten, aber "All Summer Long" oder "Ferris Wheel" zeigen, dass er nicht nur vor sich hinklimpern kann, sondern auch ein Gespür für Hits hat. Die meisten Instrumente hat Darmstaedter eigenhändig in seinem Heimstudio eingespielt. Vielleicht sollte er es noch mal mit einer Band versuchen - da hat er entschieden mehr Wumms. Von Willy Theobald FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
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