Dirk Sings Dylan
"A man is a success if he gets up in the morning and gets to bed at night, and in between he does what he wants to do." (Bob Dylan)
Im Leben eines jeden Musikers kommt wohl der Zeitpunkt, an dem er nicht drum herum kommt, einem der, wenn nicht dem Größten seinen Tribut zu zollen. Ob Elvis(1) oder die Ramones (2), ob Nick Cave oder die White Stripes, nun also Dirk Darmstaedter.
Mit diesem Projekt erfüllt sich Dirk Darmstaedter einen lang gehegten Traum: Eine Veröffentlichung, die gänzlich dem Schaffen des "Sängers und Tänzers" (so Dylan über Dylan) aus Duluth, Minnesota gewidmet ist.
Selbst aufgewachsen in den USA, schöpfte Darmstaedter Zeit seines musikalischen Wirkens aus den gleichen musikalischen Quellen wie der Maestro selbst, als da wären: Folk, Hillbilly, Bluegrass, Country Blues, Rhythm and Blues, Rockabilly etc. Dies und ein nahezu enzyklopädisches Wissen um das Werk des großen Bob prädestinieren Darmstaedter wie keinen anderen Künstler für dieses Projekt. Wo jedoch die Gefahr besteht, in Ehrfurcht zu verharren und die Beschäftigung mit dem Idol zu reinem Kunsthandwerk verkommen würde, schafft es Darmstaedter, den Songs einen eigenen Dreh zu geben, die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf andere Aspekte zu lenken und so einen neuen Blickwinkel (wenn man im Zusammenhang mit Musik von Blickwinkel sprechen kann … aber Hörwinkel?) selbst auf Klassiker zu ermöglichen. Eben der entscheidende Unterschied zwischen „Nachspielen“ und „Interpretieren“. Darmstaedters Versionen der Dylan-Songs passen nahtlos in die Reihe anderer, inzwischen aus dem Kanon der Popmusik nicht mehr wegzudenkenden Einspielungen von Dylan-Songs. Ob sich Darmstaedters cool rockende Version vom "Subterranean Homesick Blues" oder das herzergreifende/herzerweichende "He Was a Friend of Mine" (im Original erschienen auf der Bootleg Series1-3) als ebensolche Klassiker wie die grandiosen Byrds-Versionen oder wie Nancy Sinatras "It ain´t me, Babe" erweisen werden, wird die Zeit zeigen. Das Potential dazu haben sie.
Unterstützung erhielt Darmstaedter bei den Aufnahmen zu "Dirk sings Dylan" durch Paul Hiraga von der US-amerikanischen Folk/ Country Band Downpilot sowie dem Hamburger Cellisten Hagen Kuhr und Darmstaedter‘s „favorite drummer on earth“ Lars Plogschties.
Mit dem Nobelpreis für Literatur hat es für Bob Dylan dieses Jahr wieder nicht geklappt. Ob sich der Literat Dylan deshalb grämt, ist nicht bekannt. Dass seine Songs jedoch nach Jahrzehnten ("All I Really Want To Do" erschien bspw. 1964 auf dem Album "Another Side of Bob Dylan") von talentierten jüngeren Kollegen aufgenommen werden, dürften den Folksinger Dylan für die Nichtberücksichtigung durch das Stockholmer Komitee entschädigen.
1
Der umgekehrte Fall, also dass Dylan einen Elvis Song aufnahm ist nicht bekannt. Also ist Bob der Größte.
2
Für die Jüngeren unter Euch: Der umgekehrte Fall, also dass Dylan einen "Ramones" Song aufnahm ist nicht bekannt. Also ist Bob der Größte.